Regentage Teil 2

Glück gehabt. Wie durch ein Wunder verzog sich der Regen pünktlich zur großen Pause.

Der Tag war trotzdem trubelig. Das Schulnetzwerk ist zusammen gebrochen. So wie ein paar Kolleginnen, die heute eigentlich ihre Zeugnisse drucken wollten. Also musste Mrs. Sporty, die auch für den IT-Bereich herhalten muss*, ihre Sportstunden ausfallen lassen. Sehr zum Ärger der Kinder. Heute wären eigentlich Waveboards drangekommen. Ärger und Kinder habe dann ich abbekommen, denn singen kann man ja immer und das Klavier funktioniert praktischerweise ja auch einfach so.

Also haben wir uns quer durch die Sommerlieder gesungen. Like ice in the sunshine, Hands up, Die vier Jahre gehn zu Ende und das allseits beliebte Ferienzeit. War dann auch ganz praktisch, denn in zwei Wochen treffen sich wie an jedem letzten Schultag alle auf dem Schulhof. Dort wird dann gemeinschaftlich Erleichterung, Freude oder Erschöpfung rausgelassen – Singen ist definitiv eine sehr unterschätzte Tätigkeit. Jedweder Frust kann komplett aus einer Klasse herausgegröhlt werden. Es benötigt nur ein einfaches Pattern wie PAMM PAMM PAMM – na naaaa na na naaaaaaaa (zum Nachsingen: Opus: Life is life) und alles kehrt sich in Wohlgefallen.

Nicht mit Wohlgefallen, wohl aber mit Irritation habe ich wiederum reagiert als ich das Schulgelände verließ, um nach Hause zu fahren. Dort, wo eigentlich die Ausfahrt des Lehrerparkplatzes hätte sein müssen, befand sich…

 

 

 

ein Loch.

 

 

 

Ein Loch?

 

Ja, eindeutig ein Loch nebst einem Bagger, zwei LKWs und drei Bauarbeitern. Aber keine aus der Cola Light Werbung. Das Unterhemd war zwar vorhanden, allerdings definitiv an den falschen Stellen gewölbt. Nein, das ist nicht sexistisch, ich hatte einfach unerwartet viel Zeit die Szenerie zu begutachten, denn an ein Ausparken war nicht zu denken. Zurück konnte ich nicht. Meine Chefin hatte ihre Bürotür offen. Da sollte man sich schon gut überlegen, ob man da wirklich dran vorbeigehen muss. Im Zweifelsfall kommt man mit noch einer neuen wichtigen Aufgabe zurück.

 

 

Also wartete ich

PAMM PAMM PAMM – na naaaa na na naaaaaaaa…

und wartete

PAMM PAMM PAMM – na naaaa na na naaaaaaaa…

und wartete weiter.

 

 

Das Gute: Ich habe jetzt bereits die Feinplanung für morgen, den Einkaufszettel für heute und ein Weihnachtsgeschenk für meinen jüngeren Bruder im Kopf.

Irgendwann bequemte sich einer der Herren dann doch, einen LKW einen Meter zu versetzen. Jetzt frage ich mich allerdings, wie schnell so ein Loch wohl wieder zu ist? Komme ich morgen überhaupt wieder auf den Parkplatz? Arbeiten Bauarbeiter schon um 7.00 Uhr? Brauche ich vielleicht gar nicht so früh los, weil meine Planung schon steht?

Fragen über Fragen. Antworten vielleicht morgen.

 

 

* So ist das in kleinen Kollegien. Ich habe insgesamt so viele Ämter inne und Fachbereiche unter mir, dass ich sie gar nicht auf die Schnelle aufgezählt bekomme. Da müsste ich im Konferenzbuch nachsehen. Und das liegt bei meiner Chefin.

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