Bildungslöcher

Freiarbeit, 1.Schuljahr. Alles arbeitet konzentriert.

Benjamin (beugt sich vor, deutet auf meine Fingerknöchel): „Was hast du da, Frau Weh?“

Ich: „Das sind meine Fingerknöchel. Die hast du auch, Benjamin.“

Benjamin (völlig überzeugt): „Nein! Ich hab da keine so Bildungen. Ich hab da so Löcher.“

Jana schaltet sich ein: „Was hast du, Benjamin?“

Benjamin: „Da wo ich Löcher habe, da hat die Frau Weh so Bildung.“

Wo er Recht hat …

Zurück!

Mit einem laut vernehmlichen KRRRRRACKS! endete heute völlig unerwartet und ohne Vorsatz meinerseits das Leben einer freilaufenden Kakerlake im Tropenhaus des Zoos unter meinem Schuh. Glücklicherweise blieb dies der einzige Todesfall. Der Schmierfilm ging allerdings nicht sehr leicht ab und meine Kinder waren schockiert.

Ansonsten war es wirklich ok. Lediglich einen Wespenstich (Tom 2) und einmal Übergeben nach Verschlucken eines Pom Bärs (Benjamin) kann ich anführen. Ansonsten war es so, wie es eben so ist mit einem liebenswerten Haufen kleiner Blagen.

Ein Kind hat in einem unbeobachteten Moment den Rucksack einer Begleitmutter komplett leergegessen, „weil der da so stand“. Zwei Kinder musste ich von der Absperrung des Bärengeheges ziehen, dreien wurde im Affenhaus übel, MamaJens wurde bei den Pinguinen blassgrün. (Ok, da roch es auch wirklich streng). Vor dem Orang-Utan-Gehege fiel meine Klasse hingegen gar nicht weiter auf. Wohingegen sie sich bei den Erdmännchen leicht daneben benahm. Sehr lieb hingegen hatte ich sie hinter den Przewalskipferden – da öffneten nämlich drei Schüler einer fremden Klasse ein Gehege. Getragen von dieser Zuneigung habe ich ihnen dann im Restaurant ein Flutschfinger und anschließend ein Feuchttuch ausgegeben. Die meisten Feuchttücher gingen allerdings für die Mütter drauf, die Schwierigkeiten mit ihren Coffee-to-go-Bechern hatten. Eine Spucktüte haben wir für Leons gerissenen Rucksack zweckentfremdet und die Notfallliste habe ich glücklicherweise gar nicht gebraucht. Das war gut, ich hatte sie nämlich auf meinem Schreibtisch liegengelassen. Gleich unter dem Zettel, auf dem WICHTIG stand.

Hach, war also überhaupt nicht so schlimm. Und morgen lass ich sie drüber schreiben!

 

 

Entspannung

Heute hatten wir einen äußerst entspannten Schultag. Es war mal ausnahmsweise keine Referendarin, keine Praktikantin und niemand zum Hospitieren da. Niemand, der mich in der Pause unbedingt mal eben sprechen wollte und niemand, der in den Unterricht geplatzt kam, weil wieder irgendwo meine Anwesenheit benötigt wurde. Die Pause verlief ruhig, es gab weder Tränen noch größere Verletzungen. Also hatten meine Kinder und ich es nett miteinander. Das Schreibschrift Y war kein Problem, die ersten Sachaufgaben in Mathe (Lea hat 9 blaue und 6 rote Murmeln…) haben wir ruhig angehen lassen, es war noch genug Zeit für ein paar Lieder, das tägliche Frühstücksdiktat und ein bisschen Freiarbeit. Was will man mehr?

Den warmen Nachmittag konnte ich dann trotzdem nicht so richtig genießen, weil ich drei Stunden auf einer LRS-Fortbildung war. Aber auch das war ok, ich hab was Neues gelernt. Insgesamt also mal gar nichts zu bemängeln. Ob ich mir Sorgen machen sollte?

 

Dann nutze ich den freien Platz mal, um euch da draußen mitzuteilen, wie spannend ich das finde, dass jetzt täglich immer neue Leser dazukommen. Wow, damit hätte ich nach einer Woche gar nicht gerechnet, wie toll! Ihr dürft auch ruhig Kommentare hinterlassen, meine Zeugnisse sind fertig, ich habe Zeit zu antworten 🙂

Aber vielleicht denken sich auch die meisten „oh je, wieder so eine arme, irre Lehrerin, da wollen wir mal lieber wieder schnell von der Seite runter!“ – kann ja auch sein. Wie dem auch sei, sagt doch mal PIEP.