Oje

Dieser Beitrag ist für all die arbeitenden Mütter, die sich in den letzten Tagen und Wochen vielleicht gefragt haben, wie die Frau Weh das immer so toll hinkriegt mit Arbeit und Familie und so.

Ihr könnt euch ganz entspannt zurücklehnen.

Eben entdeckte ich im Ranzen des mittelgroßen Wehwehchens die seit 6 Wochen unangetastete Frühstücksdose. Und – mutig wie ich bin – habe ich auch reingeguckt (sie hätte ja leer sein können). War sie leider nicht.

Zu meiner Verteidigung kann ich nur anbringen, dass nichts sonderbar gerochen hat. Zumindest nicht sonderbarer als so ein Ranzen sowieso immer riecht.

Jetzt trinke ich einen Schnaps und nehme mir das restliche Wochenende beitragsfrei.

Versprochen.

Entspannung

Ja, ich realisiere es langsam. Heute hat es sich schon gar nicht mehr nur nach Sonntag angefühlt. Ich hatte sogar die Muße mir die Milch für den Kaffee aufzuschäumen. (In der Schulzeit schütte ich mir immer nur einen Schuss Milch direkt aus dem Kühlschrank in die Tasse und ärgere mich über das lauwarme Gebräu.) Morgen schüttel ich dann noch so ein nettes Bildchen aus dem Kakaostreuer auf den Milchschaum. So schmeckt Urlaub. Nur die Sonne fehlt. Wo bleibt die bloß? Hoffentlich wird das nicht wie vor ein paar Jahren. Sechs Wochen Regen und dann pünktlich zum Schulbeginn – zack! – 30 °C. Das war wirklich keine Freude.

Ich bin aber weit davon entfernt mich vom Wetter deprimieren zu lassen! Mein Arbeitszimmer liegt nämlich im Dachboden und das

Pling plingpling Pling PLONG ploing

hat durchaus etwas Meditatives. Da räumt es sich schön bei auf. Nicht, dass ich damit schon ernsthaft begonnen hätte. Eigentlich habe ich nur meine Schreibtischplatte abgeräumt und einen weiteren Stapel auf dem Boden gebildet. Dabei habe ich eine schon ziemlich betagte Rechnung zu Tage befördert. Nebst einer auch nicht mehr so frischen Mahnung. Der Schreibtisch sieht dafür jetzt wieder aus wie neu!

 

Chaos im Arbeitszimmer

Eigentlich bin ich sehr ordentlich.

Dennoch…

Im Hause Weh bilden sich wie durch Zauberhand Stapel. Wäschestapel, Briefestapel, Zeitungsstapel und natürlich Materialstapel. In meinem Arbeitszimmer zähle ich aktuell 9 solcher Stapel und vier geöffnete Ordner. Mein Arbeitszimmer ist nicht groß, aber lang. Das hat Vorteile. Ich kann auf den freien Flächen zwischen den Stapeln herumhüpfen und mich so vom einen Ende des Raumes zum anderen fortbewegen. Manche Stapel sind – zumindest in ihrer unteren Ebene – fachlich sortiert. Andere sind einfach nur… naja, Stapel halt. Der höchste misst exakt 68cm. Ich bin beeindruckt von seiner statischen Gelassenheit. Das muss am Thema liegen, zuunterst ruht der Stationsbetrieb mit dem Titel 2000 Jahre Christentum.

Im Lexikon finden sich 46 Synonyme für das Wort Schlampigkeit. Jedem einzelnen davon könnte ich ein Fallbeispiel aus meinem Arbeitszimmer zuordnen. Zu Beginn eines Schuljahres nehme ich mir immer fest vor alles sofort ganz ordentlich wegzuräumen. Also den passenden Ordner (z.B. RU I/1 oder MU II/3) aus dem Regal zu holen, die Materialien an der richtigen Stelle abzuheften und den Ordner wieder an die gleiche Stelle zu schieben. Bis zu den Herbstferien gelingt mir dies auch meist. Dann beginnt Stufe 1 der Schlamperei, eine leichte Nachlässigkeit. Kopiervorlagen werden nicht mehr an die genaue Stelle im Ordner abgeheftet, sondern einfach vorne hineingeschoben. Farbiges Papier wird nicht mehr farbgenau zurücksortiert, sondern obenauf gelegt. Alles noch subtil und auf den ersten Blick nicht zu erkennen und doch ein erstes Zeichen des Verfalls.

In der Vorweihnachtszeit folgt Stufe 2, die Flüchtigkeit. Ordner werden nun überhaupt nicht mehr ins Regal gestellt, sondern liegen offen aufgeschlagen auf dem Boden, erste Stapel wachsen aus dem Boden, weil Arbeitsmaterialien jetzt ab- aber nicht mehr weggelegt werden. Martinslieder gehen eine leichtfertige Symbiose mit Weihnachtsliedern ein, Schreibanlässe liegen saumselig neben zusammengesetzten Nomen zum Thema Winter herum, knapp hundert mit Liebe von den Kindern ausgeschnittene Schneeflocken aus Papier warten darauf, endlich laminiert zu werden.

Kurze Ruhepause dann an Weihnachten. Eine friedvolle Stimmung legt sich auch im Arbeitszimmer nieder und verzögert kurzzeitig ein weiteres Wachstum der Materie.

Doch dann überrollt schon das nächste Schreckgespenst die organisierte Unterrichtsvorbereitung: Karneval! Hektisch werden Sketche, Witze, Lieder oder was auch immer für die nächste – so plötzliche! – Schulsitzung gesucht. CDs werden durchgesehen und achtlos aufeinander getürmt, die Schneeflocken (an die längst niemand mehr denkt, schließlich müssen jetzt bald Clowns an die Fensterfronten) werden begraben unter hastig vom Klassenfenster abgenommenen Weihnachtsengeln und Lichterketten. Der große Adventskalender  – eine mit Schneelandschaft bemalte Sperrholzplatte mit den Maßen 1m x 1,20m – wird achtlos an ein Regal gelehnt, rutscht ab und schlägt einem mit Liebe geschenkten Teelichthalter in Form eines pausbackigen Engels den Kopf ab. Stufe 3, Fahrlässigkeit.

Dann geht alles sehr schnell. Stufe 4, Missordnung, Anarchie und Chaos übernehmen das Ruder. Neue Stapel wachsen schwindelerregend in die Höhe, leere Schuhkartons (gesammelt als Fühlkisten für die Projektwoche zum Thema Sinne) türmen sich übereinander, obenauf thront ein Rudel Gummilöwen (Religion 1. Klasse, Daniel in der Löwengrube), denen der Weg zurück in die religionspädagogische Materialsammlung vom wiederaufgestellten Adventskalender versperrt wird. Die Weihnachtsengel bekommen Gesellschaft von einer Armee puschelschwänziger und dümmlich grinsender Osterhasen, allesamt mit Namen der Kinder versehen. Aber warum liegen sie bloß hier und nicht in den Sammelmappen in der Klasse? Egal, da habe ich jetzt keine Zeit zu, ich muss nämlich unbedingt den Ordner mit den letzten Zeugnisnoten finden. Wo war der denn nochmal?

Jetzt sitze ich am Schreibtisch. Kopf als auch Schreibtisch gnadenlos überfüllt mit wichtigen und noch wichtigeren Dingen, und blicke ringsherum auf ein Konglomerat guter Ideen und in liebevoller Kleinarbeit hergestellter Materialien. Ich sollte wohl langsam damit beginnen abzubauen. (Nicht, dass ich das in den letzten Wochen nicht schon von alleine getan hätte…)

Aber die letzten 5 Tage wird es wohl auch noch so gehen.

Denke ich mir und hüpfe von Freifläche zu Freifläche Richtung Schuljahrsende.

Knalltraumata

Nein, heute kann ich nichts schreiben. Es geht einfach nicht. Ich brauche Ruhe. Am besten ein Vakuum um mich rum. Ich hatte erst zwei Stunden mein verquatschtes erstes Schuljahr und dann vier Stunden Musik hintereinander. Vier Stunden Like Ice in the suuuuuuunnnnshine und den ganzen anderen Kram. Immer wieder und wieder. Ferienzeit… na na nana naaa… das ist die beste Zeit…. na na nana naaaaa. Nur weil man davon singt, kommt sie auch nicht schneller. Zwischendurch habe ich kurz darüber nachgedacht, ins Klavier zu klettern und den Deckel über mir zu schließen. Stattdessen bin ich fast vom Klavierhocker gefallen als Florian mit lautem Getöse mit seinem Stuhl umgekippt ist. Sein Gleichgewichtsorgan hatte offensichtlich auch schon Schaden genommen.

Ich habe definitiv genug Schall für den Rest des Tages verarbeitet. Selbst das Klackern der Tastatur ist heute zu laut. Und ich schreibe schon über Laptop.

Also denke ich jetzt darüber nach, wie man Stillarbeitsphasen in den Musikunterricht integrieren kann. Mein Freund Marten würde jetzt vermutlich vorschlagen, alle Liedtexte abschreiben zu lassen. Aber das 2.Schuljahr hat gerade erst den Füllerführerschein gemacht. Das schriekt und schrappt dann so fies übers Papier.

Und Schuld an allem haben die Bauarbeiter. Die waren tatsächlich schon um 7.00 Uhr da. Und vor allem waren sie laut, laut, laut.Der Einsatz von Rüttelmaschinen sollte in der Schulzeit verboten werden.

Ich habe gelesen, dass bei Heuschrecken die Ohren am Hinterleib sitzen können. Ein Traum, da könnte ich mich jetzt einfach draufsetzen. Dann ginge mir der Lärm einfach am Arsch vorbei!