Dinge, auf die ich gut verzichten kann:

Konferenzen, die länger als zwei Stunden dauern zum Beispiel. Oder auch Magen-Darm-Grippe, ja, ohne die geht es mir viel besser. Ein kaputtes Auto ist ebenfalls so eine unschöne Sache oder Viertklässler, die sich während meiner Aufsicht die Nasen blutig hauen.

Heute richtig blöd (und fast ein Grund, dass auch ich mal jemandem kräftig auf die Nase hauen wollte) ist die Mutter, die ihren Sohn seit mittlerweile drei Jahren jeden Tag an der Klassentüre abholt, um ihm den Ranzen ins Auto zu tragen und die mir JEDESMAL wenn sie mich sieht einen SCHÖNEN FEIERABEND wünscht.

Ja, was denkt die sich denn? Dass ich tatsächlich um 13.30 Uhr fertig bin*?

Na toll!

*(Also nicht nur mit den Nerven… sondern so komplett.)

Wenn du ein totes Pferd reitest…

…dann spring ab.

Dieses Sprichwort ging mir heute durch den Kopf, als ich mich – plötzlich, eigentlich kam ich gerade nach Schulschluss von meiner Busaufsicht zurück – im Gespräch mit einer Mutter wiederfand, die im herrischen Tonfall von mir Auskunft über die Leistung ihres Sohnes im Fach Musik verlangte. Es ist nicht so, dass ich mich einem Gespräch verweigern würde. Allerdings haben wir uns bereits vor vier Wochen unterhalten. Und vor zwei Wochen ebenfalls. De facto ändert sich nicht viel.

Sohnemann mag musikalisch sein. Möglicherweise interessiert ihn auch, was er so im Unterricht mitbekommt. Leider lässt er mich an seiner Freude nicht teilhaben. Stattdessen schlägt er mit leeren Getränkeflaschen nach seinen Nachbarn, redet – grundsätzlich ohne vorherige Meldung – in jedes Gespräch rein, und antwortet auf Fragen gerne mit „hähhhh?“. Er macht nur nach mehrmaliger Aufforderung mit und auch dann nur irgendwas und irgendwie. Als Sahnehäubchen kommt hinzu, dass er – zwar durchaus theoretisch einer normalen Sprechlage mächtig – ständig spricht wie Miss Piggy auf Speed.

Ein „befriedigend“ als letzte Zeugnisnote schien mir angemessen. Ja, fast noch ein wenig geschönt.

Jetzt ist es aber so, dass ein „befriedigend“ im Musikunterricht der Grundschule grundsätzlich auf das Konto des betreffenden Lehrers geht. Und wenn das Kind nicht mindestens eine Zwei bekommt, dann macht der Lehrer seinen Job falsch. Das jedenfalls erklärte mir heute die betreffende Frau Mama im hektischen Staccato derer, die immer Recht haben. Niemand beschwere sich sonst über sein Verhalten. Überhaupt sei er nun einmal ein aufgewecktes Kind. Und so außerordentlich musikalisch! Er habe ihr gestern erst ein Lied vorgesungen. Aus dem Musikunterricht! Da muss er ja wohl aufgepasst haben! Solle sie also ihrem Sohn erklären, bei Frau Weh habe er immer still zu sitzen, sich nicht zu rühren, sonst könne er eine bessere Note vergessen!? Das könne doch nicht angehen. Und warum müsse ihr Sohn überhaupt ruhig sein in den Arbeitsphasen? Das liegt doch wohl am Lehrer, sich durchzusetzen. Er wäre eben kein langweiliges, phlegmatisches Kind. Und der ältere Bruder sei auch auf dem Gymnasium! Und die Klavierlehrerin beschwere sich schließlich auch nie. Und die Nachbarin der Schwägerin ihres Mannes sei schließlich auch studierte Grundschullehrerin (jetzt allerdings wegen der Kinder zu Hause und der Mann verdient ja auch so gut!) und die sagte auch, dass der Sohn doch ungemein begabt sei. Vielleicht sogar un-ter-for-dert! JA!!! UNTERFORDERT!!!

Ich hätte ihr gerne so viele Dinge mitgeteilt*. Von gutem Musikunterricht. Von der Notwendigkeit, sich in einer Gruppe so zu verhalten, dass auch der Lernerfolg der anderen Kinder gewährleistet ist. Von der durchaus voraussetzbaren Befähigung eines Drittklässlers, einfach mal keine permanenten Störgeräusche von sich zu geben. Von der Unart eine eventuelle oder tatsächliche Hochbegabung als Entschuldigung für jegliches Fehlverhalten zu missbrauchen. Von der vielen Unterrichtszeit, die für alle verloren geht, weil manchen Kindern bereits von zu Hause aus vorgelebt wird, dass Respekt etwas ist, was ausschließlich die anderen zeigen müssen. Von Müttern, die mich unendlich ermüden mit ihrer blasierten, rechthaberischen Attitüde.

Stattdessen kroch in mir – irgendwo tief unten – Verständnis für die Kolleginnen hoch, die in solchen Fällen einfach die bessere Note geben.

Wuah, also manchmal…

* (so wie die letzten beiden Male)

Klassenpflegschaftssitzung

Heute Abend habe ich es gut. Da gehe ich nämlich zum Elternabend. Aber nicht zu dem meiner Klasse, sondern zum mittelgroßen Wehwehchen. Toll, da setze ich mich dann ganz entspannt auf einen Stuhl und höre mir mal an, wie es anderswo so läuft. (Ich musste Herrn Weh allerdings hoch und heilig versprechen, mich nicht in ein Amt wählen zu lassen. Auf gar keinen Fall! Im Hause Weh ist Schule nämlich sowieso schon das allumfassende Thema. Mehr geht nicht, sagt der Gatte.)

Wenn ich auf fremden Elternabenden bin, dann betreibe ich immer ein bisschen Betriebsspionage: wie ist die Stimmung? Wie lange dauert es? Wird auch mal gelacht? Kriegt die Kollegin rote Flecken am Hals? Wie sieht die Klasse aus? Was wurde in Kunst gemacht? Und so weiter. Manchmal spinkse ich in unbeobachteten Momenten auch unter den Tisch und gucke, was da so rumliegt. Oder staube ein interessantes Arbeitsblatt ab.

Reden lasse ich da übrigens lieber die anderen Mütter. Die machen das gerne. Und viel. Halleluja, sind da Schlachtjungfern engagierte Damen bei! Manchmal, wenn es seit 30 Minuten darum geht, ob beim gesunden Frühstück nun Scheibenkäse erlaubt sei oder nicht, dann zwinkere ich Wehwehchens Lehrerin mitfühlend zu und nehme im Geiste diesen Tagesordnungspunkt schonmal vorsorglich von meiner eigenen Liste.

Bandura. Lernen am Modell.

Ärger… Teil 2

Da sich die Kommentare angehäuft haben, mal in Ruhe zum Thema.

Eins vorneweg: ja, Schule ist für Eltern nicht einfach, da stimme ich zu. Und Hausaufgaben sind da noch einmal eine besondere Problemzone. Es gibt keine Hausaufgabe, die für alle Kinder einer Klasse gleichermaßen passt. Da müsste man sich schon totdifferenzieren in der Aufgabenstellung, was wir in der Grundschule ja oft genug auch tun. Dazu kommt dann die Schwierigkeit, dass man als Eltern oft nicht weiß, in welchem Maße Hilfe ok ist.

Aber auch in der Hilfs-Bereitschaft der Eltern gibt es eine enorme Bandbreite. In meiner Klasse reicht sie von MamaLennox, die ihrem Sohn auch eine Woche nach Schulbeginn kein einziges Heft besorgt hat und der Meinung ist, Hausaufgaben wären genau wie der schulische Rest völlig unwichtig, über die gestern erwähnte MamaTom1, die – so ihr Sohn heute – die Seiten für ihn geschrieben habe, „damit es schneller ginge“, bis hin zu MamaLaura, deren Tochter die Hausaufgaben grundsätzlich zweimal anfertigen muss. Ein Vorschreibexemplar und eine korrigierte Fassung, die dann den Weg in die Schule nimmt.

Ich ärgere mich über eine Aktion wie die gestrige, weil ich den Eltern von Anfang an deutlich sage, dass sie sich bei Hausaufgabenproblemen jeglicher Art (zu viel, zu wenig, zu schwierig, zu leicht, Kind heult/trödelt/bekommt Tobsuchtsanfälle/rennt ständig aufs Klo…) an mich wenden können und sollen, damit wir das gemeinsam angehen. In den meisten Fällen hat das Wort der Klassenlehrerin für ein Kind wesentlich mehr Gewicht als das der Mutter. Und oft könnte man sich die nachmittäglichen Kämpfe ersparen, wenn man sich nur überwinden und die Lehrerin mit ins Boot nehmen würde. Warum das manche Eltern nicht machen? Keine Ahnung.

Mir will nicht in den Kopf, dass es MamaTom1 so überhaupt nicht bewusst sein soll, dass sie ihrem Sohn kurz- und langfristig mit solchen Aktionen schadet. Und dass sie ihn durch ihre Handlung zum Lügen zwingt. Die gleiche Mutter, die während des Elternsprechtags schon in Tränen aufgelöst vor mir saß, weil ihr Sohn ihr zu Hause so oft die Unwahrheit sagt. Ja, wen wundert das? Wo und wie soll ein Siebenjähriger differenzieren, dass die eine Lüge in Ordnung ist und die andere nicht?

Würde man jetzt die Zeit aufrechnen, die mich Korrektur, schriftliche Reaktion und das vermutlich morgen anstehende Gespräch kosten, dann würde man schnell und zweifelsohne  feststellen, dass diese Zeit wohl anderweitig besser investiert wäre.

Vielleicht in der Vorbereitung des anstehenden Elternabends…

Ärger, du kannst mich nicht anschmier’n

Boah! Echt jetzt!

Ich korrigiere Schreibschriftlehrgänge. Und, ja, ich mache das gründlich. Gerade habe ich wütend das Exemplar von Tom1 in meine Tasche geknallt. Bei der ersten Seite, die eindeutig nicht von ihm geschrieben wurde, habe ich noch ausradiert und „jetzt mal Tom!“ an die Seite geschrieben. Bei der mittlerweile fünften Seite, die offensichtlich von seiner Mutter angefertigt wurde, fühle ich mich nur noch verarscht.

Was soll das?

Liebe MamaTom1, wenn Sie schon die Hausaufgaben für Ihr siebenjähriges Kind erledigen,

dann benutzen Sie doch wenigstens

die gleiche Schreibschrift!

Elternarbeit

Also ich bin ja nicht bei facebook.  Und bei studivz oder WKW bin ich auch nicht. Das Letzte, ich betone, das

A l l e r l e t z t e

wäre, dass mich Eltern dort anschreiben und gruscheln wollen würden. Ah, gru-se-lig! Ich habe auch so genug Sozialkontakte. Ehrlich. Das unterscheidet uns an der Grundschule ja von den Kollegen anderer Schulformen. Dort tauchen zur Klassenpflegschaft dann vielleicht 5 Eltern auf. Das sind kurze Elternabende. Da bin ich manchmal wirklich neidisch. Ich muss zwischendurch schonmal zusätzliche Stühle in die Klasse schaffen, weil es oft voll wird. Aber ehe ich jetzt falsch verstanden werde, ich finde es richtig, wenn Eltern Interesse und Einsatz zeigen! Leider sind es oft die falschen. Oder besser formuliert: Die Eltern, die ich dringend sehen müsste, die kommen nicht. Dafür kommt Supermom mit I-Phone, selbstgebackenen Keksen und Thermoskanne und setzt sich ganz nach vorne. Und ihren Mann hat sie auch noch dabei.

Bei uns ist es so, wenn die Väter mitkommen, wird es lang. Und laut. Väter kommen in der Regel nur dann mit, wenn es brennt. Oder wenn ihnen die zugehörigen Mütter die Hölle heiß gemacht haben. Dann schweigen sie und grummeln manchmal und ganz plötzlich… BOMMMMMM! sind sie da und machen ein Fass auf. So geschehen beim letzten Elternabend. Meine reizenden Kleinen habe ich noch nicht so lange, ich habe sie sozusagen mitten im laufenden Schuljahr second hand bekommen. Das ist immer schlecht. Gerade im ersten Schuljahr bringt so ein Kurswechsel unvermeidlich Unruhe mit sich. Also schnell eine außerordentliche Klassenpflegschaftssitzung einberufen um die Sachlage zu erklären und die Eltern zu beruhigen.

Ich: „Guten Abend zusammen. Schön, dass Sie so zahlreich erschienen sind. Mein Name ist Frau Weh und ich bin seit letzter Woche die neue Klassenlehrerin Ihrer Kinder.“

Noch während ich die Worte ausspreche, nehme ich im Augenwinkel einen Vater wahr, der offensichtlich über großen Bewegungsdrang und einen – holla! – hochroten Kopf verfügt. (Ich habe immer ein bisschen Sorge, dass mal jemand auf meinem Elternabend einen Herzinfarkt bekommt. Wenn es bei den Erste-Hilfe-Schulungen um Herzinfarkte geht, passe ich oft nicht so richtig auf. Dafür bin ich bei allen kindbezogenen Themen aber aufmerksam, Ehrenwort!) Bevor ich die Tagesordnungspunkte erläutern kann, reißt es den Vater von seinem Stuhl.

Vater (ungeduldig, hochrot):“Jajaja, aber wie sehen Sie das denn mit diesem Mist, diesem Dings, diesem Schreiben und Lesen!?“

Ich (freudiges Strahlen im Blick): Guten Abend, Herr…?“

Vater (irritiert): „Ja, äh, Vater von Amelie!“

Ich (fröhlich): „Guten Abend, Herr Müller. Sie haben etwas auf dem Herzen?“

Vater (leicht aus dem Konzept gebracht): „Ja, also das mit dem Schreiben mit Lesen!?“

Ich (lächelnd): „Ja, das lernen die Kinder bei mir. Zumindest hoffe ich das.“

Erste Lacher bei den anderen Eltern.

Vater (auf der Suche nach dem roten Faden): „Nein, also das nicht. Ich meine das, wo die Kinder so schreiben wie sie wollen.“

Ich (freudig überrascht): „Ach, Sie meinen vermutlich die Methode Lesen durch Schreiben?“

Vater (befriedigt): „Ja, genau! Lassen Sie die Kinder auch machen, was sie wollen?“

Ich (strenge Stimme, hochgezogene Augenbraue, klitzekleines Lächeln im Mundwinkel): „Aber mitnichten, Herr Müller, hier macht keiner, was er will, hier machen alle, was ich will!“

Wäre das auch direkt geklärt.

Tortenschlacht

Manchmal hat man Glück.

Dann hat man ein Kind in der Klasse, dass kein Gluten verträgt. Oder kein Eiweiß. Dann zeigen sich die Eltern beim ersten Elternabend solidarisch und beschließen, dass die Geburtstage ihrer Kinder in der Schule ohne Kuchen stattfinden.

Wenn dies aber nicht der Fall ist, dann, ja dann geht er los der Wettstreit. Es gibt keinerlei Regeln bei diesem Spiel, nur ein Motto: Größer, süßer, kalorienreicher.  Es scheint, als müssten an jedem Geburtstag ganze Heerscharen von vom Hungertod bedrohter Kinder verköstigt werden.

Muffins mit Zuckerguss? Kastenkuchen mit Gummibärchen auf Glasur?

Von wegen! Hier werden Buttercremes angerührt, Fondantüberzug hergestellt und niedliche Figürchen aus der Spritztülle gepresst. Die richtig gute Mutter steht stundenlang in der Küche, um dann milde lächelnd zu verkünden: „War doch kaum Arbeit!“

(Ganz nebenbei: ich liebe das Buch Working Mum von Allison Pearson. Das beginnt damit, dass die völlig geschaffte Mutter nachts mit dem Nudelholz auf gekaufte Törtchen einschlägt, damit sie beim Kuchenbuffet der Kinder am nächsten Tag aussehen wie selbst gemacht. Zitat: „…löst man eine kleine Krümellawine aus und verleiht dem Törtchen einen wohlgefällig hausgemachten Look. Und auf hausgemacht kommt es mir in diesem Fall an. Das Heim ist, wo das Herz ist. Das Heim ist, wo die gute Mutter ist, die für ihre Kinder backt.“ Wunderbar!)

Dr.Oetker Schokoflockina war gestern, der Geburtstagskuchen von heute heißt Schokoküsschenbombe, Tööröötorte oder Hello-Kitty-Herzchen. Merchandise goes bakery. Ich habe schon Spongebob zerschnitten und Prinzessin Lillifee geköpft.

Meine optischen Höhepunkte der letzten Jahre waren u.a. eine Prinzessinnentorte mit echter Barbie mittendrin. Wer, bitte, denkt sich denn so etwas aus!? Das sah aus wie ein Klorollenhütchen zum Essen. Oder der Wackelpuddingkuchen, der nicht richtig fest geworden ist. Wir mochten besonders das Geräusch beim Aufklatschen auf dem Boden. So ein richtig schön feistes FLAAAATSCHSCHschwappschwapp.

Nicht besonders lustig hingegen war die Ü-Eier-Torte mit sieben halben Eiern und drei Spielzeugen obendrauf für 28 Kinder. Toll, toll, toll!  Oder auch die zwei 2,5 Liter Eisbehälter, die mir einmal eine Mutter morgens um 8.00 Uhr in die Klasse brachte. Ohne Schüsselchen, ohne Löffel, ohne alles. Vor allem ohne drüber nachgedacht zu haben.

In meiner aktuellen Klasse gibt es keinen Geburtstagskuchen. Dafür ein kleines Spiel für die Klasse. Bisher waren das meist ein Autoquartett oder ein kleines Mitbringselspiel.

 

Heute hatte Mia-Sophie Geburtstag.

 

 

 

Sie brachte Monopoly World mit. Das richtig große.

 

Mögen die Spiele beginnen.

Supermom

Oh, ich liebe sie, die Supermom!

Die Supermom schreibt mir regelmäßig E-Mails (Priorität: sehr wichtig, Betreff: Organisation und Planung unseres Sommerfestes, unserer Lesenacht, unseres Theaterbesuchs), schriftliche Hinweise im Mitteilungsheft („Mia-Sophie hat die Hausaufgaben in nur 10 Minuten gelöst, ich habe ihr gesagt, sie soll die Seiten 113-121 ebenfalls bearbeiten“)  und hinterlässt mir wichtige Botschaften auf dem Anrufbeantworter („Hallo Frau Weh. Mia-Sophie hat eine leichte Erkältung, ich hielt es für besser, sie diese Woche nicht in die Schule zu schicken. Die Hausaufgaben und Ihre Unterrichtsnotizen lassen Sie mir bitte über Kind XY zukommen!“).

Die Supermom kann alles, weiß alles und erteilt großzügig Ratschläge. Außerdem ist sie immer und über alles informiert.

Über all ihre vielen Begabungen hinaus ist sie aber in einem Bereich besonders brilliant – in der Mutterschaft.

Ich bekomme regelmäßig Einladungen in Supermoms Webalben. Schließlich muss die Schule informiert werden, dass es durchaus noch Eltern gibt, die ihre Kinder am Wochenende nicht kretzig vor der Konsole parken, sondern mit ihnen erst zum Kleine Künstler Workshop ins Museum („Mia-Sophie malt wie Michelangelo“), dann zum kreativen Kindertanz („Mia-Schatz beim Elfentanz“) und schlussendlich zum Japaner essen gehen („Mia-Sophie liiiiiieeeebt Pangasius“).

Gestern bekam ich per E-Mail die Einladung in Supermoms neuestes Online-Album („Die allererste Reitstunde!!!“). Neben den Bildern, auf denen sich Mia lustlos auf einem pummeligen Pony festhält, kann man das entzückende Kind auch beim Ballett, Flötespielen und Schwimmen bewundern. Aber eigentlich geht es nicht um Mia-Sophie, es geht einzig und allein um den Preis für die beste Mutterrolle und die geht eindeutig an Supermom. Chronologisch geordnet in absteigender Reihenfolge kann man im Web die Fotos eines jeden Geburtstages einsehen, auf dem Titelbild immer eine gigantische Buttercreme-Motivtorte („alles selbstgemacht!“) und dahinter irgendwo versteckt auch Miakind. Mia-Sophie hinter CinderellaBiskuitrolle (6.Geburtstag), Mia-Sophie hinter PonyhofKekskuppel (5.Geburtstag), Mia-Sophie hinter PrinzessinLillifeeSahnetorte (4.Geburtstag), Mia-Sophie hinter zuckriger Baiserbombe (3.Geburtstag) usw.

Das allererste Album heißt übrigens „Die wunderschöne Geburt meiner kleinen Miamaus leider mit Saugglocke aber ganz ohne PDA“. Auf dem Titelbild an Supermoms gigantischem Busen die noch ziemlich verschmierte Minimia. Alles selbstgemacht!