Also die Drittklässler sind schon ein komisches Völkchen.
Den genauen Grund kenne ich nicht, aber jedesmal, wenn ich Aufmerksamkeit fordere, schauen sie mich verdattert an. Manche reagieren regelrecht empört („Aber ich rede doch gerade mit Lorenzo!“), wenn ich sie aufrufe. Dennoch stellen sie fest, dass sie schon viel leiser sind als noch vor einer Woche. (Und sie wirken nicht einmal unzufrieden dabei.)
Tatsächlich ist es Arbeit. Aber irgendwie auch schöne. Klassenklima und so kann ich eigentlich ganz gut. Außerdem bin ich ja heilos froh, dieses Jahr mal kein erstes Schuljahr zu haben. Ehrlich, ich habe mir eine Erstklässler-Auszeit verdient! Drittklässler sind so – wie soll ich sagen – herrlich entspannend 😀 Sie wissen, wo das Klo ist und wie man es benutzt. Sie wissen, wo der Kakao steht und wie man das Loch in den Deckel piekst, ohne dass Blut fließt.
Und: Sie wissen, wie die Kaffeemaschine funktioniert!
Immer, wenn ich es mir zur Frühstückspause im Vorlesesessel* bequem mache und zu lesen beginne, düst ein flinker Drittklässler zum Regal und drückt aufs Knöpfchen. Na, ist das ein Leben?
Gestern allerdings habe ich eine Tasse heißes Wasser gereicht bekommen. Auf mein irritiertes Nachfragen antwortete der kleine Grabowski: „Haben Sie eben gehustet, habe ich Tee gemacht. Aber kein Beutel war da. Tja, weiß ich auch nix.“ Und da beschwere ich mich über mangelnde Aufmerksamkeit!
Wie war denn euer Start? Habt ihr auch Erstklässler-Auszeit oder steckt ihr mittendrin im Anfangs-Chaos? Genießt ihr die (zweifelhafte) Arbeitsmoral im vierten Schuljahr oder seid ihr sogar ganz froh, die letzte Klasse abgegeben zu haben?
Ich freue mich auf Antworten,
herzliche Grüße
Frau Weh
* (gerne auch genutzt als Geburtstagsthron, Trosthöhle, Bühne fürs szenische Spiel etc.)